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Rolle der Leistungsmessung

Im Offenen Unterricht stellen die produktiven Arbeiten der Kinder ihren Lernstand ziemlich genau dar. Durch das eigenständige Herstellen beherrscht das Kind auch was es gemacht hat. Die dort gefundenen Fehler zeigen den Lernstand der Kinder auf. Leistungsmessung wird im Offenen Unterricht nicht als Druck- und Kontrollmittel verwendet. Vielmehr wird die Rückmeldung durch die Lehrperson und andere Schülerinnen und Schüler nur dann gegeben, wenn sie vom Kind explizit eingefordert werden. Dabei spielen sowohl die individuellen Leistungsmöglichkeiten des Kindes wie auch der Arbeitseinsatz eine zentrale Rolle. Durch die veränderte Rolle, die nicht mehr darauf ausgerichtet ist einen möglichst reibungslosen Unterricht zu garantieren, hat die Lehrperson bessere Möglichkeiten das einzelne Kind zu beobachten und zu schauen „wie sich jemand etwas beibringt, wie lange er dafür braucht, und sogar auch, an was die Kinder lernen” (Peschel 2005a, 182). Die Lehrperson hat nun Möglichkeiten auf die individuell von der Schülerin oder vom Schüler geforderten Korrekturen einzugehen und sie oder ihn darin zu unterstützen. Durch die selbst gewählte Korrektur entsteht eine höhere Bereitschaft sich auf den Gegenstand einzulassen. Dabei sollte jedoch die Antwort des Lehrers immer ehrlich sein.

„Fehler zu akzeptieren heisst nicht sie zu ignorieren. Nicht alles was Kinder produzieren ist toll – und das wissen die Kinder selbst meist am besten.” (Peschel 2005a, 184)

In der Klasse sollte die Leistungsbewertung bereits zu Beginn angesprochen werden. Dies geschieht dadurch, dass die Kinder im Kreis ihre Produkte vorstellen und sie gegebenenfalls von ihren Mitschülerinnen und Mitschüler bewerten lassen. Des Weiteren werden durch die Schülerinnen und Schüler jedes halbe Jahr Zeugnisse ausgestellt, die anschliessend Grundlage für persönliche Gespräche und schriftliche Zeugnisse werden.

Zusätzlich können „Überforderungtests” (Peschel 2005a, 187) eingesetzt werden um Quer- und Längsschnittsvergleiche anstellen zu können. Diese Überforderungstests sollten sowohl nach unten wie nach oben Raum lassen, so dass jedes Kind entsprechend eingeschätzt werden kann. Durch Normtests ist es zudem möglich die eigene Klasse in eine grössere Vergleichsstichprobe einzubetten. (vgl. Peschel 2005a, 180-187)